Kurz gesagt
Eine Wunde, die nach acht Wochen nicht verheilt ist, gilt als chronisch. Meist steckt eine Ursache dahinter, etwa gestaute Venen, verengte Schlagadern, die Zuckerkrankheit oder dauernder Druck. Ich suche diese Ursache, versorge die Wunde und wechsle die Verbände selbst, in der Praxis oder bei einem Hausbesuch. Ich bin Facharzt für Allgemeinmedizin, nicht Hautarzt und nicht Chirurg; ich behandle chronische Wunden aus der allgemeinmedizinischen Praxis heraus und ziehe Fachkollegen hinzu, wenn es nötig ist.
Dauer: erster Termin etwa 30 Minuten, Verbandwechsel kürzer · Vorbereitung: Vorbefunde und Medikamentenliste mitbringen · Auch beim Hausbesuch: ja
Was ist das?
Eine Wunde heilt von selbst, wenn die Haut gut durchblutet ist, nicht ständig gedrückt wird und keine Keime die Heilung stören. Fehlt eine dieser Bedingungen über längere Zeit, bleibt die Wunde offen. Eine gute Auflage allein reicht dann nicht; erst wenn die Ursache behandelt wird, kann sie sich schließen.
Zur Behandlung gehören deshalb zwei Teile: die Behandlung der Ursache, etwa ein Kompressionsverband bei gestauten Venen oder die Entlastung einer gedrückten Stelle, und die Versorgung der Wunde selbst. Ich reinige die Wunde, entferne abgestorbenes Gewebe und Beläge, soweit das ohne Operation möglich ist, und wähle eine Wundauflage, die zum Zustand der Wunde passt: feucht hält, was zu trocken ist, und aufsaugt, was nässt. Mit dem Verlauf ändert sich auch die passende Auflage.
Welche Wunden?
- Offenes Bein: Geschwüre am Unterschenkel, meist durch gestaute Venen, seltener durch verengte Schlagadern
- Druckgeschwür: Wunden an Stellen, auf denen man lange liegt oder sitzt, etwa am Steiß oder an den Fersen
- Wunden am Fuß bei Zuckerkrankheit: Geschwüre, die oft kaum schmerzen, weil die Nerven geschädigt sind, und deshalb spät bemerkt werden
- Wunden, die nach einer Verletzung oder Operation schlecht heilen
Wie läuft es ab?
- Ich frage, seit wann die Wunde besteht, was bisher versucht wurde, nach Ihren Krankheiten und Medikamenten.
- Ich sehe mir die Wunde an, messe sie aus und halte sie im Bild fest, damit wir den Verlauf vergleichen können. Ich prüfe den Puls und das Gefühl an den Füßen.
- Wenn es nötig ist, untersuche ich die Gefäße an Bein und Fuß mit dem Ultraschall (Farbdoppler) oder nehme Blut ab, etwa um den Blutzucker zu bestimmen.
- Ich reinige die Wunde und lege den Verband an; falls nötig, auch einen Kompressionsverband oder eine Entlastung.
- Wir vereinbaren, wann der nächste Verbandwechsel ist und worauf Sie bis dahin achten. Verbandwechsel sind im Einzugsgebiet meiner Hausbesuche auch bei Ihnen zu Hause möglich.
Vorbereitung
Bringen Sie, wenn vorhanden, Befunde und Arztbriefe zur Wunde mit, eine Liste Ihrer Medikamente und bei Zuckerkrankheit Ihre Blutzuckerwerte. Tragen Sie Kleidung, die sich über der Wunde leicht öffnen lässt. Bei Wunden am Fuß bringen Sie die Schuhe mit, die Sie im Alltag tragen; bei einem offenen Bein Ihre Kompressionsstrümpfe, falls Sie welche haben. Nehmen Sie Ihre Medikamente wie immer ein, sofern wir nichts anderes besprochen haben.
Dauer und Ergebnis
Der erste Termin dauert etwa 30 Minuten, ein Verbandwechsel weniger. Wie oft der Verband gewechselt wird, hängt davon ab, wie stark die Wunde nässt; anfangs oft häufiger, später seltener. Bis sich eine chronische Wunde schließt, dauert es meist Wochen, oft Monate; manche Wunden schließen sich trotz Behandlung nicht vollständig (siehe Grenzen). Den Verlauf besprechen wir bei jedem Wechsel anhand der Messungen und Bilder.
Kosten
Ich berechne die Behandlung nach der Gebührenordnung für Ärzte; ob und in welchem Umfang Ihre Versicherung erstattet, richtet sich nach Ihrem Tarif. Was das für gesetzlich Versicherte bedeutet, steht unter Kosten. Besondere Wundauflagen und Kompressionsmaterial sind nicht im ärztlichen Honorar enthalten; ich berechne sie als Auslagen, soweit die Gebührenordnung das zulässt, oder verordne sie auf Privatrezept.
Grenzen
Nicht jede chronische Wunde heilt, auch nicht bei sorgfältiger Behandlung. Ob und wie schnell sie sich schließt, hängt vor allem davon ab, ob sich ihre Ursache beheben lässt.
Ich bin Facharzt für Allgemeinmedizin, nicht Hautarzt und nicht Chirurg; chronische Wunden behandle ich aus der allgemeinmedizinischen Praxis heraus. Ich ziehe Fachkollegen hinzu, wenn es nötig ist: den Gefäßchirurgen oder Gefäßmediziner, wenn die Durchblutung gestört ist oder die Venen operiert werden sollten; den Hautarzt, wenn die Ursache unklar bleibt oder eine Gewebeprobe nötig ist; den Diabetologen oder eine Fußambulanz bei Wunden am Fuß bei Zuckerkrankheit; ein Wundzentrum oder ein Krankenhaus, wenn eine Wunde trotz Behandlung nicht heilt oder operiert werden muss.
Wann Sie sofort handeln sollten
Breitet sich um die Wunde eine Rötung rasch aus, wird das Bein heiß und dick, bekommen Sie Fieber oder färbt sich die Haut am Fuß dunkel, lassen Sie das noch am selben Tag ärztlich ansehen.
Im Notfall: 112.