Dr. Wolfgang Stock vor einer Bücherwand

Schutzimpfungen

Beratung, Impfplan und Impfung für Kinder und Erwachsene

Kurz gesagt

Schutzimpfungen beugen Krankheiten vor: Ihr Körper lernt durch sie, sich selbst gegen einen Erreger zu schützen. Ich berate Sie nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, plane Ihre Impfungen für die kommenden Jahre und vor Reisen und impfe Sie selbst, in der Praxis oder bei einem Hausbesuch. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder.

Dauer: wenige Minuten, danach eine kurze Beobachtung · Mitbringen: Ihre bisherigen Impfnachweise · Auch beim Hausbesuch: ja

Welche Impfungen ich anbiete

Die Übersicht folgt den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission für 2026; maßgeblich ist jeweils die geltende Fassung. Welche Impfung für Sie in Frage kommt, besprechen wir gemeinsam.

Säuglinge und Kinder

  • Respiratorisches Synzytial-Virus: Das Virus verursacht Atemwegsinfekte, die für Säuglinge gefährlich werden können. Neugeborene und Säuglinge erhalten in ihrer ersten Saison einmal schützende Antikörper, je nach Geburtsmonat im Herbst oder bald nach der Geburt.
  • Rotaviren: Sie lösen schweren Brechdurchfall aus. Die Schluckimpfung beginnt ab der sechsten Lebenswoche und muss je nach Impfstoff bis zur 24. oder 32. Lebenswoche abgeschlossen sein.
  • Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b, Kinderlähmung und Hepatitis B: Gegen diese sechs Krankheiten schützt ein Kombinationsimpfstoff mit drei Impfungen im ersten Lebensjahr, bei Frühgeborenen mit vier. Aufgefrischt wird gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten mit 5 bis 6 und mit 9 bis 16 Jahren, gegen Kinderlähmung einmal mit 9 bis 16 Jahren.
  • Pneumokokken: Diese Bakterien können Lungen- und Hirnhautentzündungen auslösen. Säuglinge werden im ersten Lebensjahr dreimal geimpft.
  • Meningokokken B: Sie verursachen seltene, aber schwere Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen. Empfohlen sind drei Impfungen bis zum Alter von etwa einem Jahr; nachgeholt wird nur bis zum fünften Geburtstag.
  • Masern, Mumps, Röteln und Windpocken: Zwei Impfungen, abgeschlossen bis zum Alter von 15 Monaten. Masern, Mumps und Röteln werden zusammen geimpft, Windpocken am selben Termin oder im Abstand von vier Wochen.

Jugendliche

  • Meningokokken A, C, W und Y: eine Impfung mit 12 bis 14 Jahren; wer sie versäumt hat, holt sie bis zum 25. Geburtstag nach.
  • Humane Papillomviren: Sie werden beim Geschlechtsverkehr übertragen; einige Typen können Jahre später Krebs auslösen, vor allem Gebärmutterhalskrebs, aber auch Krebs im Mund- und Rachenraum, am After und an den Geschlechtsorganen, bei Frauen wie bei Männern. Empfohlen für Mädchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren, Nachholung bis 17; am besten abgeschlossen vor dem ersten sexuellen Kontakt. Ich berate Sie und Ihr Kind dazu, auch bei der Kindervorsorge.

Erwachsene

  • Tetanus und Diphtherie: Auffrischung alle zehn Jahre; die nächste fällige Impfung einmal zusammen mit Keuchhusten.
  • Kinderlähmung: Wer vollständig grundimmunisiert und einmal aufgefrischt ist, braucht keine weitere Auffrischung; Fehlendes hole ich nach.
  • Masern: eine Impfung für alle nach 1970 Geborenen, die nicht oder nur einmal geimpft sind oder deren Impfstatus unklar ist.
  • Ab 60 Jahren: jedes Jahr im Herbst oder Winter gegen Grippe; einmal gegen Pneumokokken; zweimal im Abstand von zwei bis sechs Monaten gegen Gürtelrose, eine schmerzhafte Wiedererkrankung des Windpockenvirus.
  • Ab 75 Jahren: einmal gegen das Respiratorische Synzytial-Virus, möglichst vor Beginn der Saison im Herbst.

Bei besonderem Anlass

  • Schwangerschaft: gegen Keuchhusten zu Beginn des letzten Drittels der Schwangerschaft, in jeder Schwangerschaft; gegen Grippe ab dem zweiten Drittel, bei einer Grunderkrankung schon früher.
  • Chronische Krankheiten oder geschwächte Abwehr: je nach Krankheit gegen Grippe, Pneumokokken, Meningokokken, Gürtelrose schon ab 18 Jahren und gegen das Respiratorische Synzytial-Virus ab 60 Jahren.
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis: Zecken übertragen diese Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten. Die Impfung ist für alle empfohlen, die sich in Risikogebieten aufhalten und dort Zecken ausgesetzt sind; solche Gebiete gibt es auch in Hessen, etwa im Main-Kinzig-Kreis und im Odenwald.
  • Hepatitis A: eine durch Lebensmittel und Schmierinfektion übertragene Leberentzündung; empfohlen bei bestimmten Vorerkrankungen, bei beruflichem Risiko und vor Reisen.
  • Hepatitis B: eine über Blut und Sexualkontakte übertragene Leberentzündung; für Erwachsene empfohlen bei erhöhtem Risiko durch Krankheit, Beruf oder Lebensumstände.
  • Kinderwunsch: gegen Röteln und Windpocken, wenn kein ausreichender Schutz besteht.
  • Beruf: zum Beispiel für Beschäftigte in Gesundheitswesen, Pflege und Kinderbetreuung, je nach Tätigkeit.

Reiseimpfungen

Vor einer Reise erstelle ich Ihnen einen eigenen Reiseimpfplan. Er richtet sich nach Reiseziel, Reisezeit, Dauer und Art der Reise und nach Ihrer Gesundheit. Grundlage sind die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin zu Reiseimpfungen sowie die Hinweise der Weltgesundheitsorganisation. Je nach Ziel kommen zum Beispiel Impfungen gegen Hepatitis A und B, Typhus, Tollwut oder Japanische Enzephalitis in Frage; zugleich prüfe ich, ob Ihre Standardimpfungen vollständig sind.

Kommen Sie möglichst früh vor der Abreise: Manche Impfungen brauchen mehrere Termine, bis der Schutz aufgebaut ist. Die Impfung gegen Gelbfieber nehme ich nicht vor (siehe Grenzen).

Nutzen und Risiko

Jede medizinische Maßnahme kann Nebenwirkungen haben, auch eine Impfung. Häufig sind Rötung, Schwellung oder Schmerz an der Einstichstelle, manchmal Abgeschlagenheit oder leichtes Fieber für ein bis zwei Tage. Schwere Nebenwirkungen sind selten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung nur, wenn ihr Nutzen die Risiken deutlich überwiegt.

Manche Menschen haben Bedenken gegen Impfungen, etwa wegen möglicher Impfschäden. Diese Bedenken nehme ich ernst. Sprechen Sie mich an: Wir gehen Ihre Fragen und Ihre Vorgeschichte gemeinsam durch, und dann entscheiden Sie.

Wie Impfungen wirken

Immun ist, wer gegen einen Erreger geschützt ist, sodass er ihm nicht oder kaum noch schaden kann. Diesen Schutz erwirbt man für eine gewisse Zeit, wenn man die Krankheit durchgemacht hat, oder durch eine Impfung.

Bei der aktiven Impfung erhält Ihr Körper ein Merkmal des Erregers, eine Art Steckbrief. Das Abwehrsystem bildet daraufhin Antikörper und Gedächtniszellen, die den Erreger bei einer späteren Ansteckung rasch erkennen. Bei manchen Krankheiten ist nach einer Ansteckung noch eine passive Impfung möglich: Sie erhalten fertige Antikörper, die sofort, aber nur für kurze Zeit schützen.

Impfstoffarten

  • Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte Erreger, die sich noch vermehren, aber in der Regel keine Krankheit mehr auslösen; manchmal kommt es zu einer leichten Impfreaktion.
  • Totimpfstoffe enthalten abgetötete Erreger oder nur Teile von ihnen.
  • Konjugatimpfstoffe koppeln eine Zuckerhülle des Erregers an ein Eiweiß. So erkennt auch das Abwehrsystem kleiner Kinder sie, und Auffrischungen verstärken den Schutz.
  • Boten-RNA-Impfstoffe enthalten eine Bauanleitung für ein Merkmal des Erregers; Ihre Zellen bilden es kurz selbst, und das Abwehrsystem lernt daran.

Wichtige Regeln

  • Mindestabstände zwischen zwei Impfungen werden eingehalten.
  • Jede Impfung zählt, egal wie lange sie zurückliegt. Eine unterbrochene Impfserie wird fortgesetzt, nicht neu begonnen.
  • Nur dokumentierte Impfungen gelten. Bringen Sie deshalb zum ersten Termin alle Impfnachweise mit, die Sie haben.
  • Eine Impfserie wird möglichst mit dem Impfstoff beendet, mit dem sie begonnen wurde.

Wie ich impfe

Ich impfe Sie selbst, wo es möglich ist mit sehr feinen Nadeln. Vorher frage ich nach Ihrem Befinden, nach Allergien, Vorerkrankungen und Medikamenten. Impfstoffe lagern in einem eigenen, überwachten Kühlschrank. Nach der Impfung bleiben Sie einige Minuten in der Praxis; impfe ich Sie zu Hause, bleibe ich diese Zeit bei Ihnen. So kann ich eine seltene sofortige allergische Reaktion gleich behandeln.

Alle Impfungen plane und verwalte ich mit einer eigenen Impfsoftware. Beim ersten Termin übernehme und prüfe ich alle Impfungen aus Ihren bisherigen Nachweisen, ob gelber Impfpass, Nachweis der Bundeswehr oder Bescheinigung aus dem Ausland. Nach jeder Impfung erhalten Sie einen neu erstellten Impfausweis mit Ihrer gesamten Impfgeschichte: als Ausdruck, von mir gestempelt und unterschrieben, und zusätzlich als PDF-Datei, die Sie jederzeit anfordern können, auch aus dem Ausland. Dazu erhalten Sie einen Impfplan für die nächsten zehn Jahre, vor Reisen einen eigenen Reiseimpfplan, und ich erinnere Sie auf Wunsch an fällige Impfungen.

Grundlage meiner Planung sind Leitlinien wie die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission und der Weltgesundheitsorganisation. Dazu schätze ich mit statistischen Methoden ab, wie wahrscheinlich für Sie eine Ansteckung oder ein schwerer Verlauf ist, und berücksichtige Alter, Vorerkrankungen, Beruf und Reisepläne.

Grenzen

Die Impfung gegen Gelbfieber darf nur eine staatlich zugelassene Gelbfieberimpfstelle vornehmen; dorthin verweise ich Sie. Bei Reisen in die Tropen mit besonderen Risiken ziehe ich eine tropenmedizinische Beratungsstelle hinzu. Ob eine Impfung für Sie in Frage kommt, entscheiden wir gemeinsam nach Ihrer Vorgeschichte; manche Impfungen sind bei bestimmten Vorerkrankungen oder in der Schwangerschaft nicht möglich.

Ich bin Facharzt für Allgemeinmedizin, nicht Kinderarzt und nicht Tropenmediziner. Schutzimpfungen gehören zur hausärztlichen Versorgung; ich biete sie aus der allgemeinmedizinischen Praxis heraus an.

Kosten

Ich berechne die Behandlung nach der Gebührenordnung für Ärzte; ob und in welchem Umfang Ihre Versicherung erstattet, richtet sich nach Ihrem Tarif. Was das für gesetzlich Versicherte bedeutet, steht unter Kosten. Der Impfstoff kommt als eigener Posten hinzu, entweder auf meiner Rechnung oder über ein Rezept für die Apotheke.

Ständige Impfkommission

Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut veröffentlicht die Impfempfehlungen für Deutschland und schreibt sie fort. Nach ihnen richtet sich mein Impfplan für Sie: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission.

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Pflaster auf dem Oberarm nach einer Impfung

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